IFS Food
![]() IFS Food 6 Standard als pdf FAQ's für IFS Food 6, Version 2 vom 20.04.2012 Tabelle mit Produktbeispielen v1 Auditzeitberechnung Food 6 Guideline für Auditoren Vergleich IFS Food v5 vs. V6 IFS Food Defense Umsetzungsguide Hauptänderungen im IFS Food 6 Factbook Food 6 White Paper: Benefits of 3rd party certification
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FaktenDer IFS Food war der erste Standard. Wie in der Geschichte des IFS beschrieben, erschien der IFS Food 2003 in der Version 3, 2004 kam dann die Version 4 heraus, die Version 5 erschien im Jahr 2008 und seit Januar 2012 gibt es die Version 6, welche ab dem 01.07.2012 angewendet werden kann. Der IFS Food-Standard ist ein von der GFSI (Global Food Safety Initiative) anerkannter Standard für die Auditierung von Lebensmittelherstellern. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Lebensmittelsicherheit und der Qualität der Verfahren und Produkte. Dieser Standard gilt für die Verarbeiter von Lebensmitteln ebenso für Unternehmen, in denen unverpackte Lebensmittel verpackt werden. IFS Food kommt dort zum Einsatz, wo Produkte „verarbeitet“ werden oder wo bei der Erstverpackung die Gefahr einer Kontamination des Produktes besteht. Der IFS Food Standard ist wichtig für alle Hersteller von Lebensmitteln, insbesondere für die Hersteller von Eigenmarken, da viele Anforderungen die Einhaltung von Spezifikationen prüfen. Dieser Standard unterstützt die Arbeit der Produktions- und Marketingabteilungen in den Bereichen Markensicherheit und Qualität. Die Version 6 des IFS Food Standards wurde in enger Zusammenarbeit mit Zertifizierungsstellen, dem Handel, der Lebensmittelindustrie und der Systemgastronomie aus aller Welt entwickelt. ZIELEZiele des IFS Food Standards sind:
REICHWEITEWas deckt der Standard alles ab? Der IFS Food Standard zur Auditierung von Lebensmittelherstellern in den Bereichen Lebensmittelsicherheit und Qualität der Verfahren und Produkte hat die folgenden Schwerpunkten:
VORTEILEDie Vorteile des Programms Eine IFS-Zertifizierung bietet eine Reihe von Vorteilen für Unternehmen, die Wert auf Qualität, Lebensmittelsicherheit und Kundenzufriedenheit legen, und die in ihrem Marktsegment einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil erzielen möchten. Vorteile für die Produktion:
Vorteile für die Marketingabteilung:
Hauptänderungen im IFS Food, Version 6
Die neue IFS Food Version 6 steht in der Kontinuität der Vorgängerversionen. Auch zukünftig wird der IFS Food keine Vorgaben geben, die wörtlich eins zu eins umzusetzen sind. Der risikobasierte Ansatz wird konsequent weitergeführt. IFS steht für individuelle Lösungen, die den Prozessen in den jeweiligen Firmen gerecht werden. Der IFS-Auditor hat auch zukünftig die Aufgabe, die im Unternehmen risikobasiert entwickelte Lösung auf ihre tatsächliche Umsetzung und Funktionalität in der täglichen Praxis abzuprüfen. Die Dauer eines Audits hat grundlegenden Einfluss auf dessen Qualität und damit auf die Verlässlichkeit der Aussagen des Reports. Aus diesem Grunde werden mit der neuen IFS Food Version 6 verbindliche Vorgaben zur Berechnung der Auditzeiten eingeführt. Auch wird ein Mindestzeitanteil für die Auditierung der Produktionsanlagen definiert. Das Kapitel 4 „Herstellungsprozess“ ist das größte im IFS-Standard, so dass der Auditor vor Ort in der Produktion einen großen Teil der Auditzeit verbringen muss.
Für die Vielzahl von Herstellern saisonaler Produkte führt die neue IFS Food Version 6 das sogenannte Erweiterungsaudit ein, um in ein bestehendes IFS-Zertifikat ein zusätzliches saisonales Produkt aufzunehmen ohne das ein volles neues IFS-Audit vorgenommen werden muss. Dadurch wird sich der Aufwand für viele Hersteller saisonaler Produkte minimieren, die sich IFS zertifizieren lassen. Das gleiche Ziel verfolgt auch der neue „Multisite“-Ansatz. Unternehmen mit mehreren Standorten und zentraler Verwaltung können zukünftig die zentralen Prozesse in der Verwaltung auditieren lassen und diese Ergebnisse in die Audits der einzelnen Produktionsstandorte einfließen lassen. Dies hat den Vorteil, dass nicht bei jedem Audit eines Produktionsstandortes die zentralen Funktionen immer wieder aufs Neue abgeprüft werden müssen. Auch der Zertifizierungszyklus wird vereinfacht. Der IFS verlässt seinen Stichtagsansatz und wird zukünftig einen Zeitkorridor anbieten. Frühestens 8 Wochen und spätestens zwei Wochen nach dem Fälligkeitsdatum des Überwachungsaudits kann zukünftig das nächste Audit stattfinden. Wird dieses Zeitfenster eingehalten, wird das IFS-Zertifikat ohne Zeiteinbußen nahtlos fortgeführt.
Schärfer wird der neue IFS Food 6 in der Bewertung nicht umgesetzter bzw. unzureichend umgesetzter Anforderungen. Diese werden mit einem „D“ bewertet, wenn sie keine Gefahr für die Lebensmittelsicherheit und /oder einen Verstoß gegen Lebensmittelrecht darstellen. In der Vergangenheit gab es dann 0 Punkte. Zukünftig wird es einen Malus von minus 20 Punkten geben. Wer eine Anforderung nicht oder unzureichend umsetzt, wird somit im Ergebnis zukünftig abgewertet. Dies gibt den Unternehmen zukünftig mehr Raum für eine kontinuierliche Verbesserung.
Mit der IFS Food Version 6 werden viele Anforderungen weiterentwickelt. Insbesondere wird aber die bereits beschriebene strategische Ausrichtung des Standards, Sicherheits- und Qualitätsaspekte in einem Standard zu vereinigen, konsequent ausgebaut. Künftig erhalten qualitative Kriterien mehr Gewicht. Das kommt dem zunehmend anspruchsvollen Qualitätsversprechen der Eigenmarken des Handels entgegen. Daher werden die Auditoren zum Beispiel die Einhaltung definierter Abfülltoleranzen stichprobenartig prüfen. Sie werden ebenfalls kontrollieren, ob die auf der Verpackung eines Lebensmittels aufgedruckten Angaben zur Nährwertanalyse den Produkteigenschaften entsprechen.
Die neue IFS Food Version 6 beinhaltet auch Kriterien um das Inverkehrbringen von zugekauften Produkten durch den IFS-zertifizierten Hersteller zu prüfen, die er nicht selbst hergestellt hat. In der Vergangenheit wurde hierzu häufig eine zusätzliche Auditierung nach IFS Broker vorgenommen, um die dazugehörigen Prozesse zu zertifizieren. Zur Vermeidung von Mehrfachauditierungen wurden in die neue Version Kriterien aufgenommen, die die Zulassung und Überwachung von Lieferanten dieser zugekauften Produkte und natürlich auch die Verfahren zur Lieferantenbewertung abprüfen. Zugekauften Produkte können zukünftig in den Scope des Zertifikates aufgenommen werden, wenn die Lieferanten dieser zugekauften Produkte selbst IFS zertifiziert sind.
Ein immer wichtigeres Thema ist die Wahl der richtigen Verpackung. Bereits die IFS Food Version 5 hatte hierzu Kriterien aufgestellt. Zusätzlich wurde eine Guideline zur richtigen Handhabung dieser Kriterien erstellt. In der neuen IFS Food Version 6 wird dieser Punkt weiter ausgebaut. Zukünftig wird im Audit auch geprüft, ob der Hersteller spezifische Anforderungen an die Produktverpackung auf Basis einer Risikobewertung und bei bestimmungsgemäßer Verwendung erarbeitet hat.
Eine wesentliche Neuerung betrifft den Schutz der Lebensmittelkette vor terroristischen Akten. Vor allem für Unternehmen, die den US-amerikanischen Markt beliefern, ist "Food Defense" schon seit längerem ein unvermeidliches Thema. Ab Version 6 werden alle Nutzer des IFS Food die seit zwei Jahren freiwillige Checkliste zum Schutz ihrer Produktion vor absichtlichen Schädigungen verpflichtend erfüllen müssen. Unter den Rubriken "Sicherheitsbewertung", "Standortsicherheit", "Personal und Besucher" sowie "Externe Kontrollen" fasst die Checkliste Kriterien zusammen, die von den Auditoren überprüft werden. Eine Guideline als Hilfestellung zur Umsetzung in der täglichen Praxis wird ebenfalls vom IFS mit der Veröffentlichung des Standards bereitgestellt.
Mit der Erweiterung des IFS Food steigen auch die Anforderungen an die Arbeit der Auditoren. Um eine gleichmäßig hohe Auditqualität zu gewährleisten, präzisiert der IFS die Zulassungsvoraussetzungen für die Auditoren der Zertifizierungsstellen. Die Anforderungen an die Kompetenz der Auditoren werden stärker nach Produktgruppen und den in der Herstellung angewandten technischen Prozessen gegliedert. Beibehalten wird die Verpflichtung, dass die Auditoren ihre einschlägigen Erfahrungen in einem schriftlichen und mündlichen Test nachweisen müssen, wenn Sie erstmals die Zulassung zum IFS-Auditor beantragen. Neu ist, dass IFS-Auditoren, die diese Prüfung bestanden haben, zur Aufrechterhaltung ihrer Zulassung alle zwei Jahre ein vom IFS durchgeführtes Calibration Training besuchen müssen. Dieses Praxistraining soll die Harmonisierung der Auslegung des IFS-Standard über alle Zertifizierungsstellen unterstützen.
Das IFS Integrity Programm wird weiter ausgebaut und in der neuen IFS Food Version 6 als fester Bestandteil des Standards eingefügt. Der IFS ist der einzige Standard, der die Einhaltung der im Rahmenvertrag zwischen IFS und Zertifizierungsstellen und der im Standard selbst vereinbarten Regeln vor Ort in den Geschäftsstellen prüft. Auch ist der IFS der einzige Standard, der Kontrollausdits in zertifizierten Betrieben durchführt, ob die im Auditbericht dokumentierten Ergebnisse wirklich über die gesamte Laufzeit des IFS-Zertifikats auch eingehalten werden. Die Auswahl der Betriebe erfolgt über eine Auswertung der IFS-Datenbank oder aufgrund des Beschwerdemanagements, welches der IFS vor zwei Jahren eingerichtet hat. Hier kann jeder Nutzer via Internet über die IFS-Website Beschwerden an den IFS richten. Das IFS Integrity Programm wurde aus der Überzeugung geschaffen, dass ein Standard zusätzlich zur Arbeit der Akkreditierungsstellen die Qualität der Arbeit von Zertifizierungsstellen und Auditoren aus eigenem Antrieb kontrollieren muss. Auch dieser Ansatz ist unter den von der GFSI gebenchmarkten Standards einzigartig.
Der IFS wird zukünftig seine Kommunikation noch zielgerichteter auf die jeweiligen Nutzer ausrichten. Hierzu wird eine neue Website, die Anfang 2012 online geht, entwickelt, die neben allgemeinen Informationen jeder Nutzergruppe einen Direktzugriff auf die für sie wichtigsten Informationen bietet. Auch wird der IFS ab der IFS Food Version 6 das normative Dokument, also den eigentlichen Standardtext, allen Nutzern als kostenloses Downloadangebot in verschiedenen Sprachen auf seiner neuen Website zur Verfügung stellen. Zur Finanzierung des IFS wird die Gebühr für das Einstellen der IFS-Auditberichte von 150,-- Euro auf 200,-- Euro angehoben. Dies ist die erste Erhöhung seit dem Start des IFS in 2002.
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